Partnerschaft in Bolivien

mit dem Schulzentrum der Ortschaft Caiza „D“

 

Liebe Bolivienfreunde,

am letzten Wochenende habe ich mit Padre Julián in Caiza D telefoniert und möchte nun allen die Neuigkeiten erzählen. Wir haben zum einen über die aktuelle Lage als auch über unsere zukünftige Hilfe gesprochen. Außerdem hat er ein Foto mitgeschickt, wie in Bolivien die Gottesdienst gefeiert werden: es ist auf der ganzen Welt das gleiche, wie man sehen kann!

Zurzeit findet der Unterricht im ganzen Land noch digital statt. In Caiza D haben die Lehrer*innen größtenteils (zu 75%) den Kontakt zu den Schuler*innen halten können, obwohl es für viele Familien sehr kostenaufwändig ist, da der Internetzugang ziemlich teuer ist. Deshalb hat die Schule über den Bürgermeister und die Pfarrei Zuschüsse organisiert. Die weit abgelegene Landbevölkerung wird über das Radio erreicht, was selbstverständlich nicht dasselbe ist wie der Präsenzunterricht vor Ort. Abweichend von den ersten Plänen der Regierung wird es Abiturprüfungen am Computer geben, wo die Schüler*innen direkt antworten müssen. Das Zeugnis kann dann allerdings nur einzeln ohne große Feierlichkeiten übergeben werden.

Die Wahlen im Oktober haben ergeben, dass der Kandidat der „Evo-Partei“ MAS, Luis Arce, am 8. November zum Präsidenten vereidigt wurde. Somit ergab sich für Evo Morales die Möglichkeit, ins Land zurückzukehren. Es ist wohl davon auszugehen, dass es zu weiteren Auseinandersetzungen kommen wird, denn viele sprechen bereits von Wahlbetrug und Stimmendiebstahl. Am 7. März 2021 sollen dann neue Bürgermeister gewählt werden…vamos a ver !!

Für die Zukunft der Internate und die Arbeit in Caiza D hat Padre Julián bereits nachgedacht. Da er in diesem Jahr nicht so viel Geld ausgegeben hat, weil durch die Corona-Pandemie die Schulen geschlossen wurden, wünscht er sich eine Unterstützung für 25 Kinder aus ganz armen Verhältnissen zu je 200 Euro. Damit würden die Verpflegungskosten dann für das nächste Schuljahr gedeckt sein. Das passt gut zu unserer Aktion „Wir Kinder von Caiza D“. Darüber hinaus muss er 7 000 Euro für die Schule, Licht, Wasser und Gehälter auffangen, die 2021 nicht aus Belgien bestritten werden. Eigentlich müssten auch in den Internaten die Stromleitungen und die Bodenbeläge erneuert werden. Hier versucht er eine Unterstützung einer größeren Organisation zu finden, denn das sind Kosten, die unsere Möglichkeiten weit überschreiten.

Die Ernte in den Gärten und Gewächshäusern war dieses Jahr sehr gut, so dass viel Gemüse an arme Familien verschenkt, teilweise verkauft und für das nächste Schuljahr getrocknet wurde. Für das Trocknen hatten sie extra Hilfe von Fachleuten bekommen.

Wir hoffen nun auf einen guten Abschluss des Jahres und wollen irgendwie positiv in die Zukunft schauen.

Für die Boliviengruppe

Frank Osburg