Gemeindefahrt 2016 nach Heidelberg

Unsere Gemeindefahrt nach Heidelberg

ein Bericht von Gisela Materne

Pünktlich um 7.00 Uhr startete unser Bus am 4. Oktober vor unserer Kirche. Es war gut, dass es so früh los ging, denn vor uns lagen über 500 Fahrkilometer.  Und dann erwischte uns noch ein dicker Stau auf der A5, den wir zwar langsam, aber gekonnt umfuhren. Müde kamen wir in unserem Hotel in Heidelberg an und verschwanden auch ziemlich schnell in unseren Zimmern, bzw. Betten.

Der nächste Tag war der Universitätsstadt Heidelberg gewidmet. Unser Führer zeigte uns die Stadt von oben, nämlich von der Schlossruine aus, aber auch von unten und zuletzt vom Wasser bei einer kleinen Bootsfahrt  auf dem Neckar. Heidelberg ist zu Recht ein Highlight für Amerikaner und Japaner, aber auch wir waren begeistert.

Gestärkt durch ein opulentes Frühstück und durch eine kleine Morgenandacht samt Tageswitz, den uns Wiltrud jeden Morgen zugutekommen ließ, fuhren wir am nächsten Tag mit unserem Bus nach Worms und Speyer. Beide Städte sind bekannt für ihre historische Bedeutung. Worms für Luthers Auftritt vor dem Reichstag und Speyer als eine der ältesten Städte Deutschlands.  Uns beeindruckten die mächtigen Dome, aber trotz ihrer Berühmtheit sind beide Städte doch verhältnismäßig klein und überschaubar. Das hat uns ein wenig überrascht.

Wieder war ein schöner und interessanter Tag in netter Gemeinschaft zu Ende gegangen.

Der nächste Tag stand unter dem Motto: Auf zur deutschen Weinstraße! Zuerst steuerten wir das Hambacher Schloss an. Die letzten Meter vom Busparkplatz zum Schloss hinauf mussten wir zu Fuß bewältigen, wobei so mancher Schweißtropfen floss, denn schließlich gehörten wir alle der etwas älteren Generation an. Aber wir schafften es und erfuhren dann in einer Ausstellung Erstaunliches: Da hatten sich im Jahre 1832, also vor fast 200 Jahren, ca. 30 000 meist junge Menschen,  auf den Weg gemacht, um sich für drei Tage zu einem Fest auf dem Hambacher Schloss zu treffen. Im Grunde war das Fest eine gewaltige Demonstration für freiheitliche Werte in Europa. Man muss sich vorstellen, ohne Handy, nur mit Kutsche, Pferd oder zu Fuß und ohne Organisation, die sich um das Wohl der vielen Menschen kümmerte, machten sie sich auf den Weg. Wie dringlich muss den Menschen damals der Wunsch nach Freiheit gewesen sein, dass man diese Strapazen auf sich nahm! Nehmen wir unsere politischen Anliegen heute auch so ernst, wenn z. B. der Aufruf zur Wahl kommt?

Nach so vielen geschichtlichen Erfahrungen gab es dann in Neustadt eine Führung mit anschließendem Mittagessen. Die meisten von uns  trafen sich in einem mittelalterlichen „Wirtshaus“, betrieben von einem italienischen Team. Wir hatten nur ½ Std. Zeit und standen tatsächlich gut abgefüllt und abgerechnet pünktlich wieder auf der Straße. Das war italienische Geschwindigkeit!

Weiter ging es zunächst nach Bad Dürkheim und zum Abschluss nach Deidesheim zu einer Weinprobe mit deftigem Pfälzer Essen. Gesättigt, durch viele neue Eindrücke bereichert und  versehen mit einem kleinen Abendsegen, fielen wir müde und zufrieden in unsere Betten.    

Der nächste Tag war nicht nur kalt, sondern auch ein wenig regnerisch. Aber wir sollten ja heute den Odenwald hauptsächlich vom Bus aus kennen lernen. Und das genossen wir auch. Der Odenwald ist eine Entdeckung wert! Irgendwann gab es einen Halt für ein gruseliges Relikt aus der  Vergangenheit  Wer hätte gedacht, dass es dort einen Galgen aus dem 16. Jahrhundert gibt? Auf einer Anhöhe steht eine komplette Galgenanlage, aus Steinsäulen erbaut. Die letzte Hinrichtung fand dort im Jahre 1804 statt. Wir verließen nachdenklich diesen grausigen Ort und besuchten Michelstadt, das wunderschöne mittelalterliche Fachwerkstädtchen. Die Fahrt ging dann weiter nach Weinheim und zurück zu unserem Hotel, wo uns wie jeden Abend ein köstliches Essen erwartete.

Der letzte Tag in geselliger Runde ging zu Ende, denn der nächste Tag brachte uns ohne Umwege und Staus sicher nach Hause. Eine schöne Reise mit vielen interessanten Erlebnissen in fröhlicher Gemeinschaft und bester Betreuung war zu Ende. Wir sind gespannt auf die nächste Gemeindefahrt und freuen uns schon heute darauf.